Von Harald Wimmer. Persönliche Gedanken über Selbstbild und Veränderung.
Manchmal klingt ein Gedanke über uns selbst so vertraut, dass wir ihn kaum noch hinterfragen: „Das kann ich nicht“ oder „So bin ich eben“. Mich interessiert, was passiert, wenn wir diese Geschichte genauer anschauen.
In diesem Text teile ich meine persönliche Sicht auf das Selbstbild. Sie ist eine Einladung zum Nachdenken, keine vollständige Erklärung dafür, wie ein Mensch fühlt oder sein Leben gestaltet.
Mich beschäftigen dabei drei Fragen: Wie sehe ich mich? Welche Möglichkeiten halte ich für mich für denkbar? Und welche Erfahrung könnte dieses Bild ergänzen?
Was ich mit Selbstbild meine
Bevor du jetzt weiterliest, frag dich:
„Wer bist du in deinen Augen? Wie sieht die Geschichte über dich aus, die du als wahr annimmst?“
Hast du dir schon mal ehrlich Gedanken darüber gemacht, wie du dich selbst wahrnimmst? Wie dein Selbstbild aussieht? Oder nimmst du deine Sicht auf dich selbst (unreflektiert) als gegebene Wahrheit an?
Welche Geschichte erzählst du dir über die Person, die du jeden Tag im Spiegel siehst?
Bestimmung des Selbstbildes
Mit Selbstbild meine ich hier die Vorstellungen und Überzeugungen, die du über dich selbst hast. Wie du dich heute wahrnimmst und wie du gern sein möchtest, kann dabei auseinanderliegen.
Diese Spannung kann eine Frage aufwerfen: Ist das ein eigener Wunsch – oder eine Vorstellung, von der du glaubst, sie erfüllen zu müssen?
Das aktuelle Selbstbild
Wenn du etwas verändern möchtest, kann es hilfreich sein, zunächst zu schauen, wie du dich selbst in dieser Situation wahrnimmst.
Beobachte einmal interessiert, welche Gedanken über dich selbst in deinem Alltag auftauchen. Was traust du dir zu? Was schließt du vielleicht schon aus, bevor du es ausprobiert hast?
Ich stelle mir das Selbstbild wie einen Filter vor: Manche Erfahrungen passen gut zu dem, was ich ohnehin über mich glaube. Andere nehme ich vielleicht weniger ernst. Die Frage ist für mich, ob ich auch Erfahrungen bemerke, die meiner gewohnten Einschätzung widersprechen.
Das bedeutet nicht, dass Gedanken allein unsere Lebensumstände bestimmen. Äußere Bedingungen, Beziehungen und tatsächliche Grenzen spielen ebenfalls eine Rolle. Es geht darum, den eigenen Handlungsspielraum genauer zu erkunden.
Das angestrebte Selbst
Wie möchtest du deinen Alltag gestalten? Welche Haltung ist dir wichtig? Mich interessiert weniger eine perfekte Version von dir als die Frage, welche Richtung du selbst wählen möchtest.
Ein vertrautes Bild von uns kann Sicherheit geben. Gleichzeitig kann es sich lohnen zu prüfen, ob es noch zu unseren heutigen Erfahrungen passt. Dabei müssen wir nicht alles, was bisher wichtig war, hinter uns lassen.
Ein Beispiel ist die Frage nach einer beruflichen Veränderung. Vielleicht hält jemand einen anderen Weg für undenkbar. Vielleicht bleibt er aber auch aus guten Gründen im bisherigen Beruf. Von außen lässt sich das nicht einfach beurteilen. Entscheidend ist, die eigene Sicht und die tatsächlichen Möglichkeiten genauer zu verstehen.
Was ist dir an einer Veränderung wichtig? Was möchtest du bewahren? Und welchen kleinen Schritt könntest du ausprobieren, um mehr darüber herauszufinden?
Einfach anfangen
Wenn du möchtest, nimm dir eine konkrete Alltagssituation. Notiere, was du über dich gedacht hast und wie du darauf reagiert hast. Du musst daraus noch kein Urteil über dich ableiten.
Frage dich anschließend: Welche Erfahrung spricht für meine Einschätzung? Welche passt nicht ganz dazu? Gibt es einen kleinen, für mich passenden Versuch, mit dem ich eine weitere Erfahrung sammeln kann?
Selbstbild, Selbstwert und Selbstwirksamkeit sind dabei nicht dasselbe. In diesem Text geht es um deine Sicht auf dich. Dein Wert als Mensch muss nicht erst durch Leistung oder einen gelungenen Versuch entstehen.
Wenn du Interesse daran hast, mit mir an deinen persönlichen Themen zu arbeiten, melde dich gern bei mir!
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